Herzrasen: harmlos oder Warnsignal?
Ein kurzer Moment genügt: Das Herz schlägt schneller, stolpert vielleicht, fühlt sich für einen Augenblick fremd an. Die meisten kennen das. Oft steckt nichts Bedrohliches dahinter. Manchmal aber lohnt es sich, genauer hinzuschauen.
„Herzrasen ist erst einmal ein Symptom, keine Diagnose“, sagt Dr. med. univ. Philipp Renz, Leitender Arzt und Kardiologe am Klinikum Starnberg. „Die eigentliche Frage ist immer: Was steckt dahinter? Und genau das lässt sich heute zuverlässig klären.“
Im Rahmen der Vortragsreihe der Starnberger Kliniken widmet sich Renz dieser Unterscheidung: Wann ist ein schneller Puls eine normale Reaktion des Körpers – und wann ist er Ausdruck einer Herzrhythmusstörung? Der Vortrag gibt dazu einen verständlichen Überblick: Welche Beschwerden sind typisch, welche eher unspezifisch? Und mit welchen Mitteln lässt sich klären, was dahintersteckt – vom einfachen Tasten des Pulses über das EKG bis zu Langzeitaufzeichnungen, die auch seltene Episoden sichtbar machen.
Eine Rhythmusstörung spielt dabei eine besondere Rolle: das Vorhofflimmern, die häufigste anhaltende Form. Es bleibt oft lange unbemerkt, weil es nicht immer Beschwerden macht – und ist zugleich ein wichtiger Risikofaktor für den Schlaganfall. „Das ist kein Grund zur Beunruhigung, aber ein guter Grund, den eigenen Puls hin und wieder wahrzunehmen“, sagt Renz. „Wer Unregelmäßigkeiten bemerkt, sollte sie ärztlich abklären lassen. Vieles davon ist heute sehr gut behandelbar.“
Wie gut, das ist auch Renz tägliches Fachgebiet. Als Spezialist für Rhythmologie behandelt er Herzrhythmusstörungen unter anderem mit der Katheterablation – einem minimalinvasiven Verfahren, bei dem die fehlerhaften elektrischen Signale im Herzen über einen dünnen Katheter gezielt verödet werden. „Bei bestimmten Rhythmusstörungen können wir die Ursache heute sehr präzise behandeln, oft dauerhaft“, sagt Renz. „Entscheidend ist, dass die Beschwerden überhaupt erst einmal eingeordnet werden.“
Vor allem aber möchte der Vortrag eines vermitteln: ein gesundes Verhältnis zum eigenen Herzen. „Man muss sein Herz weder ignorieren noch ständig kontrollieren“, sagt Renz. „Wer ungefähr weiß, was bei ihm normal ist, gerät bei einer Unregelmäßigkeit nicht gleich in Sorge – und erkennt umgekehrt, wann sie ernst zu nehmen ist.“
Der Vortrag richtet sich an alle Interessierten, die mehr über Herzgesundheit erfahren und die Signale ihres eigenen Herzens besser verstehen möchten.
Vortrag: „Herzrasen: Wenn der eigene Puls plötzlich fremd wirkt“
Wann: Donnerstag, 16. Juli 2026, 18:00 Uhr
Wo: Casino (1. UG), Klinikum Starnberg, Oßwaldstraße 1
Die Teilnahme ist kostenfrei, eine Anmeldung nicht erforderlich.