Wo Leben beginnt – und Versorgung trägt
3.016 Kinder, darunter 1.515 Mädchen und 1.501 Jungen, sind 2025 an den Standorten Starnberg und Wolfratshausen zur Welt gekommen – 54 davon als Zwillinge. Zum Vergleich: 2024 waren es insgesamt 3.174 Neugeborene. Das Einzugsgebiet der Frauen liegt vor allem im Landkreis und den angrenzenden Regionen. Auch das Münchner Stadtgebiet ist Teil dieses Bildes – mit vielen einzelnen Postleitzahlen, ohne Dominanz.
„Diese Zahlen bedeuten vor allem eines“, sagt Dr. Sabine Anthuber, Chefärztin der Frauenklinik und Geburtshilfe der Starnberger Kliniken. „Dass wir jeden Tag bereitstehen – unabhängig davon, wie ein einzelner Tag beginnt.“ Für die Frauen sei die Situation meist neu, schildert Anthuber. Für die Teams vertraut – und doch nie gleich. „Man spürt sehr schnell, wie viel Anspannung in einem Kreißsaal liegt“, sagt Anthuber. „Auch dann, wenn alles ruhig wirkt. Unsere Aufgabe ist es, diese Ruhe zu halten.“
Wenn Hilfe gebraucht wird
Geburten sind sichtbar. Vieles andere bleibt im Hintergrund – und prägt die Versorgungsrealität mindestens ebenso. Für mehrere Leistungsbereiche der Starnberger Kliniken – mit den Standorten Starnberg, Herrsching, Penzberg und Seefeld – zeichnen die Jahreszahlen 2025 ein Bild dessen, was jenseits des Kreißsaals täglich geschieht.
Dazu gehören über 33.000 Behandlungen in den Notaufnahmen. Menschen mit akuten Schmerzen. Angehörige, die nachts nicht mehr weiterwissen. Eltern mit einem fiebernden Kind. „Die meisten kommen nicht mit einem Plan“, sagt Dr. Thomas Weiler, Vorsitzender der Geschäftsführung. „Sie kommen, weil etwas nicht stimmt – und weil sie hoffen, dass jemand hinschaut.“
Zur Versorgung gehören auch über 15.000 Operationen im Jahr – 4.192 ambulant, 11.291 stationär. Manche sind lange geplant, andere entstehen aus der Situation heraus. „Hinter jeder Zahl steht ein Mensch, der sich einer Behandlung anvertraut – oft mit Sorge, manchmal mit Angst, fast immer mit der Hoffnung, danach wieder in sein gewohntes Leben zurückkehren zu können.“
Besonders anspruchsvoll ist die Versorgung auf der Intensivstation. 2854 Patientinnen und Patienten und 7.259 Belegungstage stehen für hochspezialisierte Medizin – und für Nähe, Erfahrung und Konzentration. Gerade dann, wenn es um die Kleinsten geht: 265 Neugeborene wurden über 913 Belegungstage neonatologisch versorgt.
Qualität im laufenden Betrieb
Parallel zu diesem laufenden Betrieb wurde 2025 an einem Punkt nicht gespart: an der medizinischen Qualität. Elf zentrale Zertifizierungen konnten die Starnberger Kliniken erfolgreich abschließen. Sie stehen für geprüfte Abläufe, spezialisierte Versorgung und verbindliche Standards. „Und sie stehen für zusätzliche Arbeit, die nicht im Kalender steht: Audits, Dokumentationen, Gespräche, Nachweise – geleistet im laufenden Betrieb, oft zusätzlich zum ohnehin vollen Tag“, sagt Harald Becker, Geschäftsführer der Starnberger Kliniken. „Diese Arbeit sieht man selten. Aber man merkt sehr genau, wenn sie fehlt.“
Zukunft bindet Zeit
Auch in der Ausbildung setzt der Verbund bewusst Akzente. Die Starnberger Kliniken sind mit 109 neuen Auszubildenden im vergangenen Jahr inzwischen der größte Ausbildungsbetrieb im Landkreis. Für den Vorsitzenden der Geschäftsführung ist das jedoch alles andere als ein Etikett: „Ausbildung bindet Zeit, Aufmerksamkeit und Erfahrung – gerade dann, wenn Ressourcen knapp sind. Dass sie dennoch konsequent weitergeführt wird, sagt viel darüber aus, wie der Verbund seine Zukunft versteht“, sagt Weiler. „Während über Strukturen, Reformen und Finanzierung gesprochen wird, geschieht Versorgung – Tag für Tag, oft unbemerkt. Nicht laut, aber erreichbar.“