Lernen, Gemeinschaft und besondere Momente

Unser Schulleben

Neunzehn Jahre und ein Klassenbuch - Oktober 2026

Die Pflegeklasse 2004–2007 kehrt zum ersten Mal gemeinsam an die Berufsfachschule für Pflege zurück – und findet eine Ausbildung vor, die sich stark verändert hat

„1095 Tage Abenteuer sind vorbei“ stand auf dem Deckblatt der Mappe, die die Pflegeklasse 2004–2007 zu ihrer Examensfeier im September 2007 gestaltet hatte. Am 3. Oktober ging dieses Abenteuer für einen Nachmittag weiter: 14 ehemalige Schülerinnen und Schüler kehrten nach 19 Jahren erstmals gemeinsam an die Berufsfachschule für Pflege am Klinikum Starnberg zurück. Dort hatte ihr Weg in den Beruf begonnen.

Den Anstoß gab Eva-Maria Drummer, selbst Absolventin des Jahrgangs. Sie nahm Kontakt zur Schule auf und brachte ihre frühere Klasse wieder zusammen. Im Unterrichtsraum U2 begrüßten Schulleiterin Daniela Matzke und Lehrkraft Constanze Grunicke die Gäste. Dort wurde auch das alte Klassenbuch aufgeschlagen, und mit den Namen kamen die Geschichten zurück. Annabelle Maier, die die Klasse damals als Lehrerin begleitet hatte, erinnerte sich mit. Später kam auch Gertraud Strauß dazu, die damals die Schule leitete, um ihre ehemaligen Schülerinnen und Schüler persönlich zu begrüßen.

Wie lange diese Zeit zurückliegt, zeigte sich beim Rundgang durch die heutigen Schulräume. Skills Labs, Simulationsräume, digitale Tafeln und Tablets gehörten 2007 noch nicht zum Ausbildungsalltag. Heute üben Auszubildende pflegerische Situationen in einer realitätsnahen Umgebung, bevor sie am Patientenbett gefragt sind. Auch der Abschluss heißt inzwischen anders: Wer damals Gesundheits- und Krankenpflegerin wurde, schließt heute als Pflegefachfrau oder Pflegefachmann ab. Die Methoden haben sich verändert. Was gute Pflege ausmacht, ist geblieben: Verantwortung, fachliches Können und die Nähe zu den Menschen, die versorgt werden.

In ihrer Abschlussrede hatte sich die Klasse 2007 darüber gefreut, dass so viele von ihnen vom Klinikum Starnberg übernommen wurden. Einige arbeiten bis heute hier, darunter Elisabeth Lehmeier auf der Station A2 und Eva-Maria Drummer auf der Station B3. Drummer ist inzwischen Praxisanleiterin und begleitet selbst Auszubildende im Stationsalltag. Damit gibt sie das weiter, wofür sich ihre Klasse vor 19 Jahren bei Mentoren und Praxisanleitern bedankt hatte.

Ein Wiedersehen nach 50 Jahren - September 2026

Die Einladung war handgeschrieben. „Wann? Am 23. August 1976 um 19:30 Uhr. Wo? Im großen Unterrichtsraum der Schule.” Angekündigt waren ein gemütlicher Abend, ein kleiner Imbiss und, wie es dort hieß, „etwas für die trockene Kehle und überanstrengten Nerven”. Es war die Einladung zur Examensfeier des Kurses 1973–1976 an unserer Berufsfachschule für Pflege.

50 Jahre später sind neun Frauen aus diesem Kurs zurückgekehrt. Schulleiterin Daniela Matzke begrüßte die Gruppe und führte sie durch die alten Gebäude – vorbei an Räumen, die vielen sofort wieder vertraut waren.

Erzählt wurde viel: über die gemeinsame Ausbildungszeit, über Stationen und Kolleginnen, über das, was sich seither verändert hat – und über das, was geblieben ist. Der Vergleich zwischen damals und heute zog sich durch den ganzen Besuch.

Damals mussten sich alle, die kommen wollten, auf der Rückseite der Einladung eintragen und den Zettel bis zum 16. August ins Schulbüro schicken. Diesmal brauchte es das nicht. Sie kamen einfach wieder.

Ein Jahr geschafft - September 2026

Einer legt sich vorne ins Gras, hinten gehen ein paar Finger zum Victory-Zeichen nach oben: So sieht es aus, wenn ein Ausbildungsjahr hinter einem liegt. Die Schülerinnen und Schüler des ersten und zweiten Ausbildungsjahres der Berufsfachschule für Pflege haben ihre Jahreszeugnisse bekommen.

Ein Abschluss ist das noch nicht – und trotzdem steht auf diesen Blättern eine Menge: Theorieblöcke, Frühdienste, erste eigene Handgriffe am Patientenbett, Prüfungen. Pflege lernt man nicht am Schreibtisch. Wer ein Jahr davon hinter sich hat, weiß, wofür das Zeugnis steht.

Herzlichen Glückwunsch. Für die einen geht es jetzt ins zweite Ausbildungsjahr, für die anderen auf die Zielgerade.
 

„Wir gratulieren nicht zum Abschluss – wir gratulieren zum Beginn“ - Juli 2026

Abschlussfeier der Pflegeschulen: 39 Absolventinnen und Absolventen erhalten in Herrsching ihre Zeugnisse

Steffi Son hatte Fotos mitgebracht. Aufnahmen vom Begrüßungsnachmittag vor drei Jahren, als die heutigen Pflegefachkräfte zum ersten Mal zusammenkamen. „Auf diesen Bildern sehe ich strahlende Gesichter – aber auch ein bisschen Unsicherheit“, sagte die Konzernpflegedirektorin. „Heute musste niemand mühsam ein Lächeln hervorlocken. Sie lachen ganz von alleine. Und das dürfen Sie auch, denn Sie haben Großes geleistet.“

Zwischen diesen beiden Momentaufnahmen liegt eine ganze Ausbildung. Am Donnerstagabend feierten die Abschlussklassen 2326 (Pflegefachfrau/Pflegefachmann) und 2526 (Krankenpflegehilfe) im Vortragssaal des Klinikums Herrsching ihren Abschluss – gemeinsam mit Familien, Lehrkräften, Praxisanleitungen und zahlreichen Gästen aus Geschäftsführung, Pflegedirektion und Kommunalpolitik. 24 Absolventinnen und Absolventen der generalistischen Pflegeausbildung und 15 der Krankenpflegehilfe nahmen ihre Zeugnisse entgegen.

Schulleiterin Daniela Matzke erinnerte in ihrer Ansprache daran, was diesen Jahrgang besonders macht: „Noch nie zuvor saßen Menschen aus so vielen Nationen in einer Abschlussklasse. Viele von Ihnen haben ihre Prüfung nicht in ihrer Muttersprache abgelegt – das verdient allergrößten Respekt.“ Ein Wort habe die vergangenen Jahre für sie am besten beschrieben: Zuversicht. „Zuversicht bedeutet nicht, dass immer alles gelingt. Sondern dass man an ein gutes Ende glaubt, auch wenn der Weg dorthin noch im Dunkeln liegt.“

Der stellvertretende Landrat und Bürgermeister von Andechs, Georg Scheitz, würdigte die Absolventinnen und Absolventen in seiner Festrede: „Der Pflegeberuf ist ein Beruf mit Zukunft – und ein Beruf mit Verantwortung. Ich wünsche Ihnen, dass Sie jeden Tag spüren, wie wichtig Sie sind und wie sehr Sie gebraucht werden.“

Dr. Thomas Weiler, Vorsitzender der Geschäftsführung, blieb bewusst ehrlich: „Es gibt Tage, da gehen Sie erschöpft aus der Klinik. Und es gibt Tage, da sagen Sie: Das war ein richtig guter Tag, ich habe etwas Positives gestaltet. Ich wünsche Ihnen, dass die zweiten bei Weitem überwiegen.“ Durch schwierige Schichten trage vor allem eines, so Weiler: „Ein gutes Team – und gegenseitiger Respekt zwischen Pflege und ärztlichem Dienst.“

Geschäftsführerin Dr. Sarah Ertl drehte die Perspektive um: „Eigentlich gratulieren wir Ihnen heute gar nicht zum Abschluss, sondern zum Beginn. Sie sind gerüstet und gesattelt – für Ihren eigenen Weg und Ihren eigenen Stil.“ Ihre besondere Freude: Ein Großteil des Jahrgangs bleibt den Starnberger Kliniken erhalten.

Ein Höhepunkt des Abends war die Ehrung der Staatspreisträgerinnen und Staatspreisträger: Raphael Schuller, Mareike Pyper, Khrystyna Litianska und Elisa Wagner wurden für ihre herausragenden Leistungen ausgezeichnet. Auch die Schülervertretungen blickten in einer eigenen Rede auf die gemeinsame Ausbildungszeit zurück, bevor unter großem Applaus die Zeugnisse übergeben wurden.

Beim gemütlichen Ausklang wurde noch lange gefeiert – und natürlich fotografiert. Neue Bilder für ein Archiv, das im September weiterwächst: Dann startet an den Pflegeschulen bereits der nächste Jahrgang.

Pflegeschule im Maximilianeum: ein Tag zwischen Plenum und Bayernzimmer - Juni 2026

Ein Vormittag im Maximilianeum, und der erste Eindruck ist gar nicht so weit weg vom späteren Berufsalltag: viele Menschen, die zusammenarbeiten müssen, klare Abläufe, und Entscheidungen, die am Ende viele betreffen. Am 21. Mai besuchten die Schülerinnen und Schüler des zweiten Ausbildungsjahres der Berufsfachschule für Pflege im Rahmen des Sozialkundeunterrichts und der politischen Bildung den Bayerischen Landtag in München.

Eingeladen hatte die Starnberger Stimmkreisabgeordnete Dr. Ute Eiling-Hütig. Dass sie selbst nicht dabei sein konnte, hatte einen guten Grund – und Neuigkeitswert: Wenige Tage zuvor war bekannt geworden, dass sie als künftige Bildungsministerin nach Rheinland-Pfalz wechselt. An ihrer Stelle empfing Peter Tomaschko, MdL, stellvertretender Vorsitzender des Ausschusses für Bildung und Kultus, die Gruppe und nahm sich Zeit für ein Gespräch. Schnell landete man bei dem Thema, das die angehenden Pflegekräfte aus der Praxis kennen: den Herausforderungen in der Pflege – diesmal aus der Perspektive derer, die darüber im Parlament verhandeln.

Der Höhepunkt kam von der Besuchertribüne aus. Unten im Plenum gab Ministerpräsident Markus Söder eine Regierungserklärung ab – und was sonst in den Nachrichten zusammengefasst wird, lief hier in Echtzeit ab: Rede, Zwischenrufe, das Ringen um Mehrheiten. Politik nicht als Lehrbuchkapitel, sondern als Handwerk.

Zum Abschluss wurde es gemütlich: Die Gruppe war zum gemeinsamen Essen im traditionsreichen Bayernzimmer des Landtags eingeladen – holzvertäfelt, ein bisschen feierlich, ein guter Ort, um den Vormittag sacken zu lassen.

Was bleibt, ist mehr als ein Ausflug. Die Klasse hat erlebt, wie demokratische Entscheidungen entstehen – und dass die eigene Stimme, ob im Parlament oder im Berufsalltag, durchaus Gewicht hat.