12. Februar 2026

Allergie oder Unverträglichkeit – was im Kindesalter den Unterschied macht

Im Rahmen der medizinischen Vortragsreihe der Starnberger Kliniken greifen PD Dr. med. Susanne Jonat, Kinderärztin und Gastroenterologin, und Dr. med. univ. Florian Epple, Kinderarzt und Allergologe, ein Thema auf, das viele Familien beschäftigt. Es ist komplex, oft missverstanden – und im Alltag hoch relevant: Nahrungsmittelallergien und Unverträglichkeiten im Kindesalter.

Ähnliche Symptome, unterschiedliche Ursachen

„Allergien und Unverträglichkeiten können sich sehr ähnlich äußern – haben aber grundlegend unterschiedliche Ursachen“, erklärt PD Dr. Jonat. Während bei einer Allergie das Immunsystem fehlgeleitet auf eigentlich harmlose Bestandteile von Lebensmitteln reagiert, beruhen Unverträglichkeiten meist auf Störungen der Verdauung oder der Nährstoffaufnahme. „Allein anhand der Symptome lässt sich das oft nicht sicher unterscheiden“, sagt die Kinderärztin.

Warum Tests allein nicht ausreichen

Gerade diese Überschneidungen machen eine verlässliche Einordnung schwierig – und sind ein häufiger Grund für Unsicherheit. Dr. Epple betont deshalb die Bedeutung einer sorgfältigen, strukturierten Diagnostik: „Tests können wichtige Hinweise liefern, sagen für sich allein aber wenig aus. Entscheidend ist das Zusammenspiel aus Gespräch, zeitlichem Verlauf der Beschwerden und medizinischer Abklärung.“ Pauschale Tests oder Selbstdiagnosen aus dem Internet hingegen führten häufig zu falschen Schlussfolgerungen – und nicht selten zu unnötigen Einschränkungen.

Vorsicht vor unnötigen Diäten

Denn gerade bei Kindern ist Zurückhaltung geboten. Das Immunsystem befindet sich noch in der Entwicklung, viele Reaktionen sind vorübergehend. Unnötige Ausschlussdiäten können die Ernährung einseitig machen, die Lebensqualität beeinträchtigen und sogar die natürliche Toleranzentwicklung behindern. „Unser Ziel ist es, echte Allergien sicher zu erkennen“, sagt Dr. Epple, „und gleichzeitig zu vermeiden, dass Kinder mehr meiden müssen, als medizinisch notwendig ist.“

Orientierung statt Verunsicherung

Der Vortrag gibt einen verständlichen Überblick über die Unterschiede zwischen Allergien und Unverträglichkeiten, zeigt typische Warnsignale auf und erläutert moderne diagnostische Wege. Ebenso geht es um den sinnvollen Umgang mit bestätigten Befunden im Alltag – immer mit Blick auf das, was Kindern langfristig guttut.

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