16. September 2026

Wer ausbildet, bleibt

Wer im Landkreis Starnberg zur Welt kommt, wer nachts in die Notaufnahme muss oder nach einem Sturz operiert wird, tut das meist in einem Haus der Starnberger Kliniken. Mehr als 33.000 Behandlungen in den Notaufnahmen, über 3.000 Geburten im vergangenen Jahr – und hinter jeder einzelnen dieser Zahlen stehen Menschen, die diesen Beruf irgendwann gelernt haben. In diesen Wochen fangen 95 von ihnen damit an.

 

Am Mittwoch wurden sie beim Begrüßungsnachmittag im Klinikum Starnberg willkommen geheißen: 95 Auszubildende, die im September im Klinikverbund starten. Sie werden Pflegefachfrauen und Pflegefachmänner, Pflegefachhelferinnen und Pflegefachhelfer, Anästhesie- und Operationstechnische Assistentinnen und Assistenten, Medizinische Fachangestellte und Kaufleute im Gesundheitswesen. Die Starnberger Kliniken gehören damit erneut zu den größten Ausbildungsbetrieben im Landkreis.

 

Dass es so viele sind, ist in Zeiten von Fachkräftemangel und Krankenhausreform keine Selbstverständlichkeit. „Die Krankenhausreform entscheidet über Strukturen. Aber keine Struktur versorgt einen einzigen Patienten – das tun Menschen“, sagt Dr. Thomas Weiler, Vorsitzender der Geschäftsführung der Starnberger Kliniken GmbH. „Wer in dieser Lage 95 Ausbildungsplätze besetzt, hat sich entschieden: für die Versorgung in dieser Region und für die Menschen, die sie künftig tragen werden.“

 

Getragen wird diese Entscheidung vom Landkreis Starnberg, der als Alleingesellschafter hinter den Kliniken steht und sie mit erheblichen Mitteln stützt. Ausbilden kann allerdings nur, wer die Strukturen dafür vorhält. Die Starnberger Kliniken betreiben eigene Berufsfachschulen für Pflege und für Krankenpflegehilfe sowie ein Schulungszentrum für Notfallmedizin und Simulation. „In einem und in drei Jahren stehe ich wieder vor diesen Gesichtern und überreiche ihnen ihre Zeugnisse. Das ist der Moment, in dem sich zeigt, ob wir unseren Teil gut gemacht haben“, sagt Dr. Sarah Ertl, Geschäftsführerin der Starnberger Kliniken und verantwortlich für die Ausbildungsstätten. „Ein solcher Nachmittag ist für mich deshalb kein Auftakt, sondern eine Zusage. Wir haben drei Jahre Zeit, sie einzulösen.“

 

Gelernt wird nicht nur im Klassenzimmer, sondern dort, wo die Versorgung stattfindet: auf den Stationen, im OP, in den Praxen und in der Verwaltung. „Ausbildung entscheidet sich nicht bei der Begrüßung, sondern im ersten Frühdienst“, sagt Stefanie Son, konzernübergreifende Pflegedirektorin der Starnberger Kliniken. „Wer dort eine Praxisanleiterin an der Seite hat, die Zeit für Fragen hat, bleibt. Wer allein gelassen wird, geht. Deshalb investieren wir genau dort – in Anleitung, in Einarbeitung, in Kolleginnen und Kollegen, die hinschauen.“ Dass das trägt, zeigt sich am Ende der Ausbildung: Ein Großteil der Absolventinnen und Absolventen des vergangenen Jahrgangs ist im Verbund geblieben.

 

Bevor jemand bleiben kann, muss er jedoch erst einmal ankommen – für viele in einer neuen Sprache. „In unseren Klassen sitzen Menschen aus vielen Nationen. Einige lernen diesen Beruf nicht in ihrer Muttersprache“, sagt Daniela Matzke, Leiterin der Berufsfachschulen für Pflege. „Das verdient Respekt, und es verpflichtet uns, sie gut zu begleiten. Wer bei uns anfängt, soll bei uns auch ankommen.“ Sie alle stehen in wenigen Jahren selbst im OP, in der Notaufnahme oder am Krankenbett – dort, wo sie gebraucht werden. Für 95 Menschen hat dieser Weg begonnen.

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