11. Juni 2026

Millimeterarbeit am Hals: Starnberger Chirurg erreicht europäischen Spitzentitel

Es ist eine der anspruchsvollsten Prüfungen, die ein Chirurg in seinem Fachgebiet ablegen kann – und Maroof Sayeed Shah von der Klinik für Endokrine Chirurgie am Klinikum Starnberg hat sie bestanden. Mitte Mai stellte er sich in Genf einem internationalen Prüfungsgremium und darf nun den Titel „Fellow of the European Board of Surgery in Neck Endocrine Surgery" führen.

 

Was sperrig klingt, beschreibt eine handfeste Spezialisierung: die Chirurgie an Schilddrüse und Nebenschilddrüsen. Diese kleinen, aber folgenreichen Organe am Hals steuern Stoffwechsel und Kalziumhaushalt. Eingriffe in dieser Region verlangen höchste Präzision, denn auf engstem Raum verlaufen empfindliche Strukturen – etwa der Stimmbandnerv, dessen Schonung über die Lebensqualität der Patientinnen und Patienten nach der Operation mitentscheidet.

 

Die Qualifikation, kurz FEBS, wird von der Division of Endocrine Surgery im Auftrag der Europäischen Vereinigung der Fachärzte (UEMS) vergeben. Sie richtet sich an Operateure, die sich über die reguläre Facharztausbildung hinaus auf dieses Gebiet spezialisiert haben. Bevor ein Kandidat überhaupt zur Prüfung zugelassen wird, muss er eine festgelegte Zahl eigenständig durchgeführter Operationen nachweisen. Die Prüfung selbst findet auf Englisch vor einem internationalen Gremium statt und gilt fachlich als anspruchsvoller als eine reguläre Facharztprüfung. Europaweit hat bislang nur eine überschaubare Zahl von Chirurginnen und Chirurgen diesen Abschluss erworben.

 

Für das Klinikum Starnberg ist der Titel mehr als eine persönliche Auszeichnung. Die Klinik für Endokrine Chirurgie ist als zertifiziertes Referenzzentrum für Schild- und Nebenschilddrüsenchirurgie ausgewiesen – ein Anspruch, der durch eine solche Qualifikation im Team weiter untermauert wird.

 

„Mit dieser Prüfung unterstreicht Maroof Sayeed Shah seine sehr hohe Expertise in der endokrinen Chirurgie. Wir freuen uns sehr, ihn in unserem Team zu haben", sagt Prof. Dr. med. Arnold Trupka, Chefarzt der Klinik für Endokrine Chirurgie und Leiter des Referenzzentrums.

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