4. August 2026

39 neue Pflegekräfte für den Landkreis Starnberg

In Zeiten, in denen bundesweit über den Fachkräftemangel in der Pflege diskutiert wird, hat der Landkreis Starnberg am Donnerstag 39 Antworten bekommen: Im Vortragssaal des Klinikums Herrsching feierten die Pflegeschulen der Starnberger Kliniken die Abschlüsse ihrer Jahrgänge – 24 Absolventinnen und Absolventen der dreijährigen generalistischen Pflegeausbildung und 15 der einjährigen Krankenpflegehilfe. Für die Berufsfachschule für Krankenpflegehilfe war es eine Premiere: Der erst im September 2025 gestartete Ausbildungsgang brachte nun seinen ersten Jahrgang ins Ziel.

 

Was das für die Region bedeutet, brachte der stellvertretende Landrat Georg Scheitz, Bürgermeister von Andechs, in seiner Festrede auf den Punkt: „Der Pflegeberuf ist ein Beruf mit Zukunft – und ein Beruf mit Verantwortung. Ich wünsche Ihnen, dass Sie jeden Tag spüren, wie wichtig Sie sind und wie sehr Sie gebraucht werden – in allen Lebensphasen der Menschen, die Sie versorgen.“

 

Diese Verantwortung übernehmen viele der neuen Pflegekräfte in einer Sprache, die nicht ihre erste ist. „Noch nie zuvor saßen Menschen aus so vielen Nationen in einer Abschlussklasse“, sagt Schulleiterin Daniela Matzke. „Viele von Ihnen haben ihre Prüfung nicht in ihrer Muttersprache abgelegt – das verdient allergrößten Respekt.“ Die Schule habe die internationalen Auszubildenden von Beginn an begleitet, vom Sprachkurs bis zur Wohnungssuche. Aus Auszubildenden aus aller Welt seien so Kolleginnen und Kollegen aus dem Landkreis geworden.

 

Und die meisten von ihnen bleiben es auch: Ein Großteil des Jahrgangs arbeitet künftig an den Standorten der Starnberger Kliniken, die mit über 100 neuen Auszubildenden pro Jahr inzwischen zu den größten Ausbildungsbetrieben im Landkreis zählen. „Auf den Fachkräftemangel gibt es keine einfache Antwort – aber eine naheliegende: selbst ausbilden, gut ausbilden und den Menschen eine echte Perspektive bieten“, sagt Dr. Thomas Weiler, Vorsitzender der Geschäftsführung der Starnberger Kliniken GmbH. „Dass so viele Absolventinnen und Absolventen bei uns bleiben, ist das schönste Ergebnis dieses Abends.“

 

Was die Teams auf den Stationen damit gewinnen, machte Konzernpflegedirektorin Steffi Son deutlich – nämlich weit mehr als Fachwissen: „Unsere Absolventinnen und Absolventen haben in ihrer Ausbildung Kinder zur Welt kommen sehen und Menschen in ihren schwersten Stunden begleitet. Wer das erlebt und dabei lernt, anderen zu helfen, wächst als Mensch. Genau solche Persönlichkeiten brauchen wir in der Pflege – und ich freue mich auf jede und jeden Einzelnen von ihnen.“

 

Dass der Abend deshalb weniger ein Ende als ein Anfang war, brachte Geschäftsführerin Dr. Sarah Ertl in ihrem Grußwort auf die einfachste Formel: „Eigentlich gratulieren wir Ihnen heute gar nicht zum Abschluss, sondern zum Beginn. Sie sind gerüstet und gesattelt – für Ihren eigenen Weg und Ihren eigenen Stil.“

 

Vier von ihnen starten diesen Weg mit einer besonderen Auszeichnung: Raphael Schuller, Mareike Pyper, Khrystyna Litianska und Elisa Wagner erhielten für ihre herausragenden Leistungen den Staatspreis.

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